Die Martinskirche war über Jahrhunderte das Zentrum der Ev.-luth. Kirchengemeinde Hoya. Mit dem Bau der Martin-Luther-Kirche an der Von-Staffhorst-Straße wurde die Kirche 1967 aufgegeben und sah praktisch dem Verfall bzw. dem Abriss entgegen.
Viele Hoyaer Bürgerinnen und Bürger, aber auch die örtliche Kirchengemeinde und die Stadt Hoya/Weser setzten sich dafür ein, das drohende Schicksal des Hoyaer Wahrzeichens abzuwenden. So wurde 1984 die Stiftung Martinskirche Hoya gegründet mit dem Ziel, das historische Baudenkmal zu erhalten und nach der Instandsetzung kulturell zu nutzen.
Die Restaurierung hatte zum Ziel, die Kirche bis ins kleinste Detail zu erhalten und nur Eingriffe vorzunehmen, wo sie absolut erforderlich waren. Damit ist das Kulturzentrum Martinskirche eine der wenigen Kirchen dieser Region, die noch heute im Inneren das Raumenpfinden der barocken Zeit widerspiegeln.
Gleichzeitig verkündet ihre Baugestalt unterschiedliche Zeiten: den Chor und den Choranbau aus dem 15. Jahrhundert, das quadratische Kirchenschiff mit seinen Doppelmeporen aus dem 18. Jahrhundert und den Turm aus dem Anfang des 19. Jahrhundertes.
Bereits 1985 wurde mit der Sanierung der Martinskirche begonnen und bis zur Einweihung am 16.06.1995 wurden umgerechnet rund 1,25 Millionen Euro in die Sanierung investiert.
So war es u.a. notwendig, statisch konstruktive Maßnahmen an den Dachstühlen, Holzschutzmaßnahmen am gesamten Gebäude, eine Überarbeitung der Schieferdecke des Turmes und des Ziegeldaches am Choranbau sowie eine Instandsetzung bzw. Erneuerung von Fenstern und Außentüren vorzunehmen.
Im Juni 1995 wurde die Martinskirche als Kulturzentrum der Öffentlichkeit übergeben. Mit der Martinskirche besitzt die Stadt Hoya/Weser einen Raum, in dem kulturelle Veranstaltungen jeglicher Art stattfinden können. Der Raum hat nicht nur ein außergewöhnliches Ambiente, sondern auch genügend Platz für größere Veranstaltungen.
Seit der Einweihung des Kulturzentrums wurden aber noch viele weitere Maßnahmen durchgeführt: Bau einer Künstlergarderobe, Sanierung des Turmes, Sanierung des Sandsteinmauerwerks, Aufnahmne der Grabplatten im Altarraum und Aufstellung der Grabplatten an der Außenmauer. Ansbau des alten Uhrwerkes etc. Ein weiterer Baustein der Sanierung war im Jahr 2005 die Restaurierung des Kanzleialtares, der 1754 bis 1755 vom Hofbildhauer J.F.B. Ziesenis geschaffen wurde.
Eine erneute umfangreiche Sanierung der Bausubstanz ähnlichen Umfangs fand dann noch einmal in den Jahren 2016/2017 statt. Hier standen energetische Maßnahmen im Vordergrund. Außerdem wurden der Choranbau umfangreich saniert und steht seitdem für Begehungen zur Verfügung.
In den vergangenen Jahren war das Kulturzentrum bereits Veranstaltungsstätte für die unterschiedlichsten Veranstaltungen: Konzerte aus den Bereichen Rock, Pop, Jazz und KLassik, aber auch Gospel- oder mittelalterliche Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Betriebsversammlungen und Firmenjubiläen fanden in dem geschichtsträchtigen Gebäude statt.
Die Akustik und das besondere Ambiente werden von vielen Veranstaltern geschätzt. Seit 1999 kann das Kulturzentrum auch für standesamtliche Trauungen genutzt werden.
(Quelle: Stiftung Martinskirche Hoya)